Von der Fotowoche bis zum Druck

Elefantenhintern, Gummibärchen
und Welpenschnauze

Jugendfalten-Ausstellungseröffnung am 4. Oktober in Greifswald

Blick auf unsere Ausstellung
"Grundrisse I: Der Blickfang, der die Leute zum Stehen brachte."

[mf] „Ist der süß“, rief die kleine Charlotte freudestrahlend. Dabei lief sie am Bild der zerknautschten, faltigen Welpenschnauze vorbei. Es war Samstag, der 4. Oktober 2008 im Greifswalder Elisenpark. Die Einkaufspassage schlechthin in der Hansestadt, mit entsprechendem Kundenansturm. Gleich im Rücken dazu der Media-Markt. Für ausreichendes Laufpublikum war gesorgt. Nicht wenige blieben stehen am Saum hochstelziger Staffeleien. Drauf prangten die Ergebnisse der Fotowoche, als FineArtPrint im Großformat und aufgezogen auf soliden Platten. Für das Paar dekadenter Weingläser gab es schnell die Kaufanfragen, andere sorgten für Distanz. Besonders Katrins Metamorphose zwischen einer lebensgezeichneten Frau und einem jungen Mädchen sorgte für Hingucker: Das Antlitz ist düster und gespenstisch. „Wie wurde das gemacht?“, erkundigten sich viele. Martin Ahlert als Teammitglied und Fotokünstler zögerte nicht mit seinen Antworten: „Viel Photoshop-Arbeit, und als Vorlage ein Elefantenhintern…“ Zu genau wollte er dann auch nicht werden. Künstlergeheimnis bleibt Künstlergeheimnis!

Gruppenfotos vor unserer Ausstellung
"In bester Lage mit viel Laufpublikum: Tino Höfert, Tom Pannwitt, Martin Funck, Martin Ahlert und Marco Herzog (v.l.n.r.) eröffneten die Ausstellung im Elisenpark."
Dass die Ausstellung alles andere als geheim war, zeigte nicht nur der überraschende Kurzauftritt auf „Ostseewelle“, sondern vor allem das rege Interesse der Elisenpark-Besucher. Bewaffnet mit Gummibärchen und selbstgeschmierten Schnittchen kümmerten sich die Jugendfalterum das leibliche Wohl von Jung & Alt. Oder sie freuten sich einfach, weil die erste große Hürde der eigenen Wanderausstellung endlich erfolgreich gemeistert wurde. Die Erwartungen wurden schier übertroffen: Über 1500 verweilende Passanten am ersten Tag – das machte zufrieden!


Artikel eingestellt am 04. Januar 2009, aktualisiert am 07. Januar 2009

Waschen, schneiden, kleben

Präzise Arbeit in der Werkstatt
"Martin (links) streicht ein Foto nach dem Aufziehen unter Toms wachsamen Augen glatt."

[th] Nach monatelanger Vorbereitung geht unsere geplante Fotowanderausstellung nun in die entscheidende Runde: Als erster Ausstellungsort steht das Greifswalder Einkaufszentrum Elisenpark auf dem Plan. Damit unsere gut zwei dutzend Fotowerke auch ansprechend präsentiert werden, mussten sie nun noch auf Papier und Platte gebracht werden.

Für unser zweites Nachtreffen nisteten wir uns in Hanshagen ein, um in der Tischlerwerkstatt von Tinos Vater fleißig Nägel mit Köpfen zu machen. Bereits beim letzten Mal entschieden wir, unsere großformatigen Fotodrucke auf Spanplatten aufzukleben. Der Clou dabei: Sieht aus wie Leinwand, ist aber viel schicker, günstiger und zudem sehr stabil. Ausgerüstet mit Wischlappen, Cuttermesser, Gummihandschuhen, Sprühkleber und jeder Menge Enthusiasmus machten wir uns an die Arbeit. Die ersten Probedrucke haben wir noch erstklassig versaut, doch von Foto zu Foto wurden wir besser und entwickelten ein Auge für überstehende Kanten und unsaubere Ecken.

Freudige Gesichter nach getanener Arbeit
"Freudige Gesichter nach getanener Arbeit: Tino, Florence (vorne) und Marco und Sebastian (hinten v.l.)"
Fast wie am Fließband gingen die Fotos durch die einzelnen Arbeitsstationen: Während Marco unerschrocken Kleber sprühte, zogen Tom und Martin mit Fingerspitzengefühl die Fotos auf, die Tino dann sicher verstaute. Und dank der super Unterstützung von Familie Höfert und zweier Freunde machte das ganze auch einen Heidenspaß.

Was von diesem Nachmittag übrig bleibt, sind nicht nur ein Stapel wunderbarer Fotos und ein ganzer Sack voll Müll, sondern wieder ein großes Stück Erfahrung mehr in unserer Ausstellungsplanung. Wer sich von unseren Schnappschüssen und natürlich auch handwerklichen Qualitäten überzeugen möchte: Noch bis zum 18. Oktober sind unsere „Jugendfalten“ im Elisenpark zu bewundern. Schaut beim Einkaufsbummel vorbei, es lohnt sich auf alle Fälle.


Artikel eingestellt am 30. September 2008, geändert am 10. Oktober 2008

Fleißige Fotobienchen

[th] Kreatives Gewusel am 21. Juni in der Ryckstadt: Während sich die Feuerartisten des „Greifswald International Students Festival“ auf ihren großen Auftritt für das abendliche „Fête de la Musique“ vorbereiteten, nistete sich das kleine JMMV-Fotovölkchen im Haus der Kultur und Bildung ein. Ziel des gemeinsamen Treffens: Die wichtigsten Ideen, Deadlines und Schritte unserer Ausstellungsplanung festhalten.

Fleißig wie die Bienen
"Erst die Arbeit..."

Ein kleiner Rückblick für alle Nichteingeweihten: Im März fand in Rostock die FotoWoche statt, und die fotografischen Ergebnisse dieses Workshops wollen wir auf große Tour durch MeckPomm schicken. „Jugendfalten“ soll diese Wanderausstellung heißen und – wie der Name vermuten lässt – verschiedene, teils ungewöhnliche Sichtweisen auf die Themen Jung und Alt präsentieren. Lasst euch überraschen.

Doch bevor unsere Fotowerke in die Welt herausschwirren, musste an den Projektideen unserer Ausstellung gewerkelt werden: Wo und wie lange wollen wir ausstellen? Wen wollen wir erreichen? Auf welchem Material sollen die Fotos gedruckt werden? Welche Aufsteller wollen wir benutzen? Und wie sollen Flyer, Homepage und Co. aussehen?

Nach der Arbeit das Vergnügen
"...und dann das Vergnügen! Katha, Tom und Katrin (v.l.n.r.) am Strand."
Fragen über Fragen – vor allem aber viele Aufgabe und Herausforderungen, die es noch zu bewältigen gilt. Doch weil wir so kreativ geplant haben und uns als wahrlich fleißige Fotobienchen bewiesen, gönnten wir uns am Abend ein paar schöne Stündchen am Eldenaer Strand: Denn da fand das „Fête de la Musique“ statt. Mit tollen Bands und natürlich den feurigen Artisten.


Artikel eingestellt am 30. September 2008, aktualisiert am 04. Januar 2009

Fotos bis zum Umfallen

[ma] 173kg Wissen, 134Liter Begeisterung, 57m³ Digitalfotos, 1010Pascal gutes Essen und 15,6Hektar Spaß. Das alles kommt heraus wenn 10 Teilnehmer 6 Tage lang der Fotografie ausgeliefert werden, an deren Ende fertige Bilder für eine Ausstellung stehen sollen.

6 Tage boten den Teamern die Möglichkeit, weit über den Umfang eines Wochenendseminars hinauszugehen. Neben Wissen über Bildgestaltung und dem Umgang mit einer Kamera, ging es auch sehr intensiv in die Photoshop-Materie.

Die ersten beiden Tage dienten vor allem den ersten beiden Dingen. Es wurde viel über Bildgestaltung geredet und wie ich die gestalterischen Möglichkeiten meiner Kamera optimal nutze.

Am Tag 3 ging es dann richtig zur Sache! Vormittags wurde ein Kontinent namens Photoshop erobert. Mit der großen Erklär-Taschenlampe wurde Licht in dunkle Ecken dieses Kontinents gebracht. Lobenswert sei hier Marco erwähnt, der sich auch erfolgreich als Erklär-Bär bewies und der neue JMMV-Beamer, der gute Dienste leistete.

Nachmittags konzipierten wir alle, mit der großartigen Unterstützung von Ugi, die Ausstellung inhaltlich. Wie soll sie heißen? Wo soll sie zu sehen sein? Angucken für lau oder gegen Bares? Wer ist unsere Zielgruppe? Und viele weitere Fragen wurden gestellt und gemeinsam beantwortet. Gemeinsam war allen das Gefühl, sich mit der Ausstellung identifizieren zu können: JugendFalten. Ein Name, der Gegensätze ausdrückt und jedem den nötigen Freiraum für kreative Exspiration gab. (Für alle nicht-Medizinstudenten sei hier gesagt: Exspiration = Ausatmen) Greifbar wurde die Ausstellung anschließend auch dadurch, dass Teilnehmer selbst an möglichen Ausstellungsorten anriefen und nachfragten. So füllte sich eine Wand mit vielen Zetteln, die aus dem Co-JMMV-Büro die Jugendfalten-Hauptzentrale machten.

Die nächsten Tage widmeten sich dann ganz der Frage: "Wie setze ich meine Idee um?" Gelegenheit hatte man dafür im Kindergarten, bei Martins Oma, beim Rostocker Rentnersport und an jedem beliebigen Ort Rostocks.

Um so weiter das Seminar voranschritt, um so mehr driftete die Fotoleidenschaft in schon fast selbstzerstörerisches Verhalten. So beschlossen wir nach einem lustigen "Freeze"-Abend, doch tatsächlich einstimmig um halb zwei Uhr nachts die Fotobearbeitung fortzusetzen. Am Donnerstag, den letzten Tag, druckten wir dann die zahlreichen Ideen auf Fotopapier und klebten sie an eine Wand. Ich fand den Anblick all dieser Bilder sehr beeindruckend. Beeindruckend wie sehr sich die Teilnehmer in Sachen Fotografie und Nachbearbeitung entwickelt hatten. Nach 6 Tagen, war es einerseits schön dass es vorbei war, denn jeder von uns hatte ein massives Schlafdefizit - selbst für JMMV-Verhältnisse. Auf der anderen Seite war es schade eine so coole Truppe zu verabschieden. Die Stimmung war nämlich durchgängig bestens. Das lag bestimmt auch daran, das wir alle super-leckeren Mahlzeiten zusammen in gemütlicher Atmosphäre aßen. Ich fand wir waren schon fast wie eine Großfamilie und unser Kinder waren annähernd 20 GB Fotos. Im Gegensatz zu den Zahlen am Anfang nicht frei erfunden.


Artikel eingestellt am 30. September 2008